Künstler » Paul Buerck



Paul Wilhelm Bürck war das jüngste Mitglied der von Großherzog Ernst Ludwig zur Begründung der Darmstädter Künstlerkolonie berufenen Künstler. Somit war er Gründungsmitglied des weltbekannten Darmstädter Jugendstils. 1878 in Straßburg geboren, erhielt er nach der Umsiedlung der Familie nach Bayern in München eine Ausbildung als Dekorationsmaler und besuchte die dortige Kunstgewerbeschule. 1899 beruft ihn Großherzog Ernst Ludwig gemeinsam mit Hans Christiansen, Rolf Bosselt, Ludwig Habich, Patriz Huber, Joseph Maria Olbrich und Peter Behrens ins Gründungskollegium der bekannten Künstlerkolonie.

Für die große 1901 auf der Mathildenhöhe veranstaltete Ausstellung ‚Ein Dokument Deutscher Kunst’ ist er umfangreich tätig. Seine großfigurigen Gemälde schmücken die beiden Pylonen des Ausstellungseingangs; für die Haupthalle des Ateliergebäudes (heute Ernst-Ludwig-Haus) malt Paul Bürck vier große Wandbilder. Während der Ausstellung kann seine in diesem Haus liegende Wohnung besichtigt werden, für die sein Mitbewohner Patriz Huber die Möbel und er selbst einige Gebrauchsobjekte und Schmuckelemente gestaltet hat.

1903 folgt er einer Berufung an die Magdeburger Kunstgewerbeschule. Nach einem sehr kurzen Auftritt dort, übersiedelte er nach nur einem Jahr weiter nach München. Dort entwickelte er unter anderem 1904 für die Offenbacher D. Stempel AG eine neue Schrift, die er in den folgenden Jahren verfeinert und später (1919) als ‚Paul-Bürck-Schrift’ endgültig in Form bringt. Nach dem Militärdienst hält er sich zu einem Studienaufenthalt in den Jahren 1905 bis 1908 in Rom auf. 1906 veröffentlicht er ein Buch mit 50 Federzeichnungen unter dem Titel ‚Reise nach Rom’. – Ab 1908 lebt und arbeitet er wieder in München.

Nach vierjährigem Kriegsdienst im 1. Weltkriegs veröffentlicht er eine Reihe von Mappenwerken, in denen er sich mit der Radierung u. a. mit den Folgen des Versailler Vertrags (1922, Ein garstig Lied – Von einem Deutschen) und mit der Pfälzer Landschaft (Pfalz, du meine Heimat, 1921, mit Gedichten von Lina Staab) auseinandersetzt. Eine Folge von Lithografien (1920) trägt den Titel ‚Das alte Haus – Ein Traum’.

In den folgenden Jahren gestaltete er zahlreiche Sujets Porträts, Landschaften aber auch einige großartige Wandbilder in Städten wie Berlin oder München. Besonders bemerkenswert ist ein Auftrag im Olympischen Dorf der berühmten Sommerolympiade von 1936 wo er Porträtzeichnungen von allen teilnehmenden Athleten anfertigte. Diese großartige Mappe befindet sich heute komplett in der Sammlung des Kunsthaus Poorhosaini und es ist wohl nur eine frage der Zeit bis dieses wundervolle Werk mal Inhalt einer eigenen Ausstellung wird. Sehen Sie selbst: zur Olympiamappe

Paul Bürck ist am 18. April 1947 in München gestorben und hinterlässt ein reiches Erbe von Porträts, figürliche Arbeiten und Landschaften in Ölfarbe und Zeichnung. Einige davon konnten bereits 2007 in der Ausstellung über Paul Bürck im Kunsthaus Poorhosaini bestaunt werden. Zusätzlich haben wir ein Verzeichnis seiner kompletten Werke vom Zeitraum 1923-1947 herausgegeben, welches Sie gerne über uns beziehen können.