Künstler » Erich Ohser



Die literarische Welt kennt ihn wohl besser unter dem Synonym e.o. plauen. Seine Vater-und-Sohn Geschichten in Bildern kennt heute fast jeder.

Die Zeiten, in die Erich Ohser hineingeboren wurde, waren hart. 1903 in Untergettengrün geboren, war Ohser bei der Amtshauptmannschaft Oelsnitz tätig. Seine eigentliche Leidenschaft war aber das Zeichnen. Gegen den Willen der Eltern absolvierte er ein Grafikstudium, nachdem er einen "vernünftigen" Beruf erlernt hatte. Er zeichnete für die Neue Leipziger Zeitung, wo auch Erich Kästner tätig war. Beide freundeten sich an. Zahlreiche Kinderbücher von Kästner tragen heute Titelbilder von Ohser. Seine Karriere als Buchillustrator und (politischer) Karikaturist begann also hoffnungsvoll. Doch bedauerlicherweise waren seine Karikaturen in der Führungsriege der Nationalsozialisten nicht sonderlich beliebt. Zusammen mit Kästner unternahm Ohser mehrere Auslandsreisen und heiratete dann. Sohn Christian machte ihn 1931 zum Vater. Das hatte ungeahnte Folgen.

Als politischer Karikaturist konnte Ohser nach der Machtübernahme der Nazis nicht mehr arbeiten. Ihm wurde der Eintritt in die Reichspressekammer verwehrt. Somit war er lahmgelegt. Der junge Vater wurde Hausmann und entwickelte seine Vater-und-Sohn Geschichten. Die bot er 1934 der Berliner Illustrierten Zeitung an. Da er bereits angeeckt hatte, musste Ohser zusagen, sich nicht mehr politisch zu betätigen. Er nannte sich fortan e.o. plauen. Trotz aller Abneigung gegen das Hitler-Regime wurde Ohser ab 1940 Karikaturist der liberalen Wochenzeitschrift "Das Reich". Bei der 1942 begründeten „Deutschen Zeichentrickfilm GmbH“ zeichnete Ohser für einen Zeichentrick-Spielfilm mit dem Titel "Armer Hansi". Schließlich denunzierte man Erich Ohser, der daraufhin 1944 verhaftet wurde. Noch vor dem Prozess nahm er sich das Leben.

Man erinnert sich an Erich Ohser vor allem wegen seiner Vater-und-Sohn Geschichten. Das ist allerdings nur ein kleiner Teil seiner Werke. 2009 wurde in Plauen sogar das e.o. Plauen-Museum eingeweiht, in dem man die ganze Breite seines Schaffens bewundern kann.

Aber auch das Kunsthaus Poorhosaini ist ein großer Verehrer seiner Werke und besitzt in seiner Sammlung rund 100 ausgewählte Karikaturen dieses mehr als bemerkenswerten Künstlers.