Künstler » Christian Schad



Christian Schad, geboren 1894 in Miesbach und gestorben 1982 in Stuttgart, zählt zu den Malern der "Neuen Sachlichkeit". Er wird neben George Grosz oder Otto Dix als einer der wichtigsten Vertreter des "Verismus" genannt.

Christian Schad wuchs in behüteten Verhältnissen auf. Seine musischen Neigungen wurden unterstützt. Mit 18 Jahren bewarb er sich an der Kunstakademie in München, brach das Studium aber ab. Statt sich Prüfungen zu unterwerfen, zog Schad es vor, in München-Schwabing ein Atelier anzumieten und expressionistisch beeinflusste Holzschnitte anzufertigen. In Ateliernähe fanden wichtige Kunstausstellungen statt. Der "Blaue Reiter" begründete sich zeitgleich in München. Der Einberufung zum Ersten Weltkrieg entzog Schad sich, indem er sich in die Schweiz absetzte. In Zürich kam er mit der Dada-Bewegung in Kontakt. Bekanntschaften mit Hans Arp oder Hugo Ball fallen in diese Zeit. Ende 1916 begann seine eigene dadaistische Phase in Genf. Als Zentrum seiner künstlerischen Arbeiten benannte Schad selbst den Menschen als Individuum und Spiegel seiner inneren Welt.

Kritiker nannten Christian Schad den exaktesten und sachlichsten Veristen. Ihm gelang eine intensive Sinnlichkeit bei fast medizinischer Detailakribie. Zugleich nahm er spirituelle Ebenen im Individuum wahr. Ausstellungen im In- und Ausland machten Schads künstlerisches Werk bekannt. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten nahm auch auf seine Ausstellungstätigkeit Einfluss. Er arbeitet als Geschäftsführer eines Brauerei-Depots und befasst sich mit asiatischer Mystik. Sein Atelier überlebt die Bombenangriffe von 1942 nicht. 1943 zieht Christian Schad nach Aschaffenburg. Mit Beginn der Fünfziger malt er "Magische Bilder". In den Sechzigern beschäftigt sich Christian Schad erneut mit einer von ihm erfundenen Technik, den "Schadographien" oder Fotogrammen. Schad beeindruckte durch einen distanzierten, sachlichen Farbauftrag in aufwändiger Lasurtechnik. Niemand konnte die menschliche Haut so realitätsnah darstellen wie er. In späteren Jahren verschrieb Schad sich dem "Magischen Realismus".

Bereits 1987 erkannten wir die Qualität seiner Werke und widmeten ihm eine komplette Ausstellung in unseren Räumlichkeiten.