Künstler » Alice Sommer



Die Malerin Alice Sommer wurde 1898 in Dresden geboren und starb 1982 in Rotthalmünster. Ihr Bildungsweg begann, wie der vieler Töchter der Stadt Dresden, auf der Bürgerschule. Später wechselte sie zur Höheren Mädchenschule. In der Königlichen Kunstgewerbeschule, die man spöttisch "Damenmalschule" nannte, belegte sie Mode als Fach. Von 1920 an absolvierte sie ein Kunststudium an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste. Bereits dort pflasterten Auszeichnungen ihren künstlerischen Weg. Max Feldbauer, der als konsequenter Impressionist galt, erkannte ihr Talent und nahm sie als Einzelschülerin auf. Er galt von da an als ihr künstlerischer Mentor. Auf Grund ihrer besonderen Leistungen bekam sie sogar bis 1924 ein Einzelatelier.

Alice Sommer heiratete Hans Morgenstern, Geiger bei der der Dresdner Staatskapelle. Das veränderte ihr Leben komplett und sie widmete sich seit dem nur noch ihrer Familie. Man kann also sagen, dass bis 1927 ihre Oevre abgeschlossen war.

Die Luftangriffe auf Dresden vernichteten viele ihrer Zeichnungen. Schlimmer noch waren der Tod der Zwillingsschwester und die Zerstörung des Elternhauses. Stilistisch hatte sich Alice Sommer den künstlerischen Strömungen ihrer Zeitgenossen angeschlossen. Trotzdem gelang ihr ein eigenständiger Malstil. Sie verfolgte eigenwillige Blickwinkel. Zahlreiche Kunstkritiker bescheinigten Alice Sommers malerischem Werk künstlerische Eigenständigkeit. Ohne Alice Sommer wäre die Zeichenkunst der Zwanziger Jahre um einen Aspekt ärmer gewesen. Nachdem 1966 Sommers Mann gestorben war, zog sie nach München, wo ihr Sohn lebte. Später zog es beide nach Niederbayern.

In einem Buch der Städtischen Galerie Albstadt wird sie neben Paula Lauenstein und Elfriede Lohse-Wächtler als Dresdener Künstlerin vorgestellt. Eine Tochter aus gutbürgerlichem Hause studierte damals nicht einfach wie selbstverständlich Kunst. Alice trotzte allen historisch bedingten Umständen und widmete sich mit eigenwilligem Blick und Forschergeist ihrer Kunst. Die künstlerische Reife von Alice Sommers Zeichnungen beeindruckte bereits früh. Alice wusste mit starkem Strich die Besonderheiten ihrer Motive herauszustellen. Da Alice Sommer sich den künstlerischen Strömungen ihrer Zeit mit großem Interesse zuwandte, erinnert manches an Oskar Kokoschka, Albert Birkle oder Conrad Felixmüller.

Auf Grund ihrer nur recht kurzen Kunstperiode erinnern heute nur noch wenige Originale an Alice Sommer, die angesichts ihrer Bedeutung für die Kunst der Goldenen Zwanziger zu Unrecht in Vergessenheit geriet. Einige dieser Werke konnten wir glücklicherweise für die Nachwelt erhalten und Sie können diese im Kunsthaus Poorhosaini bestaunen.